Teilerwerbsminderungsrente – Voraussetzung und Berechnung

Ist die Erwerbsfähigkeit eines gesetzlich Rentenversicherten erheblich eingeschränkt, besteht bei Erfüllung bestimmter Voraussetzungen ein Anspruch auf eine Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit. Es wird unterschieden zwischen Renten wegen voller Erwerbsminderung und Renten wegen teilweiser Erwerbsminderung. Beide können als Rente auf Zeit oder als befristete Rente gewährt werden. Nachfolgend werden die Voraussetzungen und die Berechnung einer Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung erläutert.

Voraussetzungen für den Erhalt einer Teilerwerbsminderungsrente

Bei den Voraussetzungen für eine Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit wird unterschieden zwischen medizinischen und versicherungsrechtlichen Voraussetzungen.
Die medizinischen Voraussetzungen sind in § 43 Absatz 1 Satz 2 Sechstes Sozialgesetzbuch (SGB VI) definiert: “Teilweise erwerbsgemindert sind Versicherte, die wegen Krankheit oder Behinderung auf nicht absehbare Zeit außerstande sind, unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes mindestens sechs Stunden täglich erwerbstätig zu sein.“. Diese Voraussetzung muss für alle Berufe erfüllt sein, nicht nur im gelernten oder zuletzt ausgeübten Beruf. In der Regel wird bei Vorliegen der medizinischen Voraussetzung zuerst versucht, mithilfe einer Rehabilitationsmaßnahme die Erwerbsfähigkeit wieder herzustellen.

Die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen sind in § 43 Absatz 1 Satz 1 Punkt 2 und 3 SGB VI definiert. Demnach muss der Versicherte „…in den letzten fünf Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung drei Jahre Pflichtbeiträge für eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit haben…“ (besondere versicherungsrechtliche Voraussetzung) und „…vor Eintritt der Erwerbsminderung die allgemeine Wartezeit erfüllt haben.“. Die allgemeine Wartezeit ist erfüllt, wenn ein Versicherter 60 Kalendermonate Pflichtbeiträge oder Ersatzzeiten aufweisen kann.

Um eine Teilerwerbsminderungsrente zu erhalten, darf die Regelaltersgrenze noch nicht erreicht sein. Die Regelaltersgrenze haben Versicherte, die ab dem Jahr 1964 geboren sind, mit Vollendung des 67. Lebensjahres erreicht, für früher geborene Versicherte gelten individuelle Regelaltersgrenzen (Vollendung des 65. Lebensjahres plus x Monate).
Zu beachten ist außerdem, dass für den Erhalt einer Teilerwerbsminderungsrente Hinzuverdienstgrenzen eingehalten werden müssen.

Berechnung der Teilerwerbsminderungsrente

Eine Rente wird grundsätzlich aus sogenannten persönlichen Entgeltpunkten, die mit dem aktuellen Rentenwert und einem Rentenartfaktor multipliziert werden berechnet. Die persönlichen Entgeltpunkte ergeben sich aus dem jeweils jährlichen versicherungspflichtigen Einkommen, das durch das entsprechende jährliche Durchschnittseinkommen geteilt wird. Hinzu können Zuschläge für weitere Zeiten kommen.
Der aktuelle Rentenwert wird jährlich zum 01. Juli überprüft und angepasst.

Er beträgt zurzeit 27,47 € (West) bzw. 24,37 € (Ost), ab 01. Juli 2012 beträgt der aktuelle Rentenwert West 28,07 €, der aktuelle Rentenwert Ost 24,92 €.

Gemäß § 67 SGB VI beträgt der Rentenartfaktor für eine Teilerwerbsminderungsrente 0,5. Das heißt, eine Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung beträgt die Hälfte einer Rente wegen voller Erwerbsminderung (Rentenartfaktor 1,0).
Bildquelle: CC by flickr.com / Images of Money

Incoming search terms: